Benefizkonzert ein rauschender Erfolg!

von Jennifer Gründler

Musik aus drei Jahrhunderten
Tonio Paßlick und Lucia Katzenstein

Weil am Rhein. Der Lions-Club Weil am Rhein war am Dienstag überwältigt von dem Besucherandrang beim Benefizkonzert in der gefüllten Kirche St. Georg in Haltingen. Ein ungewöhnliches Programm hatte der Club vorbereitet.

Jazz-Standards wechselten sich mit Kompositionen des 18. Jahrhunderts und Filmmusik als Bigband-Arrangement ab. Keine beliebige, sondern eine lebendige und brillant vorgetragene Klangfülle, die eingangs von dem Trio Michael Feldges und Hadde Sütterlin (Gitarren) mit Siggi Jülich (Cajon), dann von dem Duo Barbara und Christian Leitherer (Viola da Gamba und Chalumeau sowie Klarinette) und nach der Pause der Bond’s Bigband der Städtischen Sing- und Musikschule immer wieder mit heftigem Applaus belohnt wurde.

Ein Benefizkonzert lebt nicht nur von der Musik. Gemeinsam mit der aktuellen Präsidentin Lucia Katzenstein informierte der Moderator und Past-Präsident Tonio Paßlick bei den Programm-Ansagen mit anschaulichen Beispielen auch über die Projekte des Lions-Clubs Weil am Rhein. Lokale

und regionale Projekte für junge Menschen stehen dabei an erster Stelle, zum Beispiel die Musikschul-Kooperation “Jedem Kind ein Instrument” mit zwei Grundschulen, das Projekt “Klasse 2000″ an der Hans-Thoma-Schule in Haltingen und in diesem Jahr das “Gesunde Frühstück für Schüler” mit vielen weiteren sozialen Aspekten beim Diakonie-Projekt OMA (Organisation für Mütter in der Arbeitswelt). Auch globale Hilfsprojekte werden finanziell und persönlich unterstützt wie die Hilfe für die Philippinen. Zweitausend Euro werden persönlich von einem Lions-Club Mitglied auf die vom Taifun erschütterten Inseln gebracht. Oder “Sight First”, ein weitreichendes HIlfsprojekt der internationalen Lions zur Behandlung von Augenkrankheiten vor allem in Afrika und im Himalaya.

Michael Feldges, Sigi Jülich und Hadde Sütterlin

Dazu passte die jazzige Musik von Michael Feldges und Hadde Sütterlin, unterstützt von den Cajon-Rhythmen von Siggi Jülich. Einflüsse afrikanischer Weltmusik wurden in Südamerika aufgesaugt, vermixt mit karibischen Elementen und europäischen Arrangements, die wiederum durch die vibrierende Zigeunermusik Südosteuropas von einer ansteckend beswingten Grundstimmung leben. Michael Feldges zeigte sich als virtuoser Gitarrist, dessen Lebensjahre in Brasilien wohl auch die Grundlage für das musikalische Verständnis zwischen mitreissenden Rhythmen und elegischer Melancholie gelegt haben. Aus dem Hintergrund erklang plötzlich das sonore, weiche Saxophon von Christian Leitherer, der bei der heftig erklatschten spontanen Zugabe mit Improvisationen über “Autumn Leaves” mit den Riffs der Gitarristen verschmolz.

Leitherer brauchte nur das Instrument zu wechseln und war dennoch gemeinsam mit seiner Frau Barbara in einer völlig anderen Epoche. Wie bei der verjazzten Improvisation leben die Sonaten des 18. Jahrhunderts aber auch von der Variation eingängiger Themen. Das Diskant-Chalumeau wurde in dieser Zeit erfunden. Bei der Sonate in F-Dur von Gottfried August Homilius, verzückte die Kombination des kleinen Instrumentes mit der tiefen Viola da Gamba. Einige Jahrzehnte später entstand die Suite in C des Franzosen Joseph Bodin de Boismortier für Viola da Gamba und dem  “Bassoon de Chalumeau”, dessen Klänge so tief unter dem Streichinstrument liegen, dass es die seltene Rolle der Begleitung übernehmen konnte. Schließlich kam der elegante Klang der Holz-Klarinette bei Gregorio Scirolis Sonate in B-Dur mit virtuosen Allegro als Rahmensätze der dreiteiligen Komposition zur Geltung.

Nach der Pause erfüllte der volle Klang der zu erstaunlichen Höhen gereiften Bond’s Bigband das Kirchenschiff. “Die fette Katze” war dafür als Eingangstitel als Sinnbild für die sehr vielseitigen und mitreissenden Arrangements  zwischen Film-Hits wie “Skyfall” oder “Mission Impossible” oder dem sehr dynamisch gespielten “I will follow him” aus “Sister act” und Jazz-Standards wie “It don’t mean a thing” oder “Jumpin at the woodside”, mit dem der über zweistündige Abend abgeschlossen wurde. Das Publikum spendete lange Beifall und sorgte dafür, dass sich der  Lions-Club in Zukunft mit weiteren Benefizkonzerten beschäftigen wird.

Der dazugehörige Presseartikel: Vom Andrang überwältigt (Badische Zeitung, 28.11.2013).

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